Ein Umzug in virtuelle Sphären?

Einige Überlegungen über den Umzug der Kunst- und Kulturlandschaft in die digitale Welt, unter Einbeziehung von Erfahrungswerten verschiedener Akteure*innen der Kulturszene.

Ein Artikel von Silvia Vivi Golder

Das Jahr 2020 wird uns wohl allen in Erinnerung bleiben als das Jahr der Pandemie, als Jahr der Wirtschaftskrise und vor Allem als ein Jahr, das Fragen aufwirft. Während des Lockdowns und dem stark eingeschränkten Betrieb, der sogenannten nicht systemrelevanten Berufe, stellte sich insbesondere für Künstler*innen und Kulturschaffende die Frage nach dem Zugang zur Öffentlichkeit. Sie sind in ihrer Arbeit in besonderer Weise an den öffentlichen Raum gebunden, also Orte wie z. B. die Bühne im Theater oder im Konzertsaal, Ausstellungsorte und andere Schauplätze, die es künstlerischen Performances ermöglichen, sich einem Publikum zu präsentieren. In der Kunst- und Kulturlandschaft erfolgte sodann durch den Wegfall des physischen Raumes, wie in vielen anderen Branchen auch, eine Art Umzug ins Digitale statt. Virtuelle Räume wurden verstärkt zum Podium und zu Orten der Inszenierung und Präsentation. Allerdings erwies sich die Nutzung diverser Internetplattformen als digitale Bühne vielmehr als eine Notwendigkeit als eine Möglichkeit des WWW, wodurch viele Prozesse der Digitalisierung beschleunigt wurden. Doch kann so ein Umzug überhaupt gelingen?

Verschiedenste Köpfe der Kulturbranche suchten sich ihre Wege in die virtuelle Welt und ermöglichten durch Projekte wie beispielsweise United We Stream den Musiker*innen eine Bühne, um aufzutreten und sich zu zeigen. Ausstellungen und Kunstmessen wie die Art-Basel, Theateraufführungen und Auftritte verschiedenster Künstler*innen / Performer*innen wurden ins Netz verlegt, konnten gestreamt und virtuelle Räume per Mausklick betreten werden. Dabei mussten wir jedoch feststellen, dass diese Sphärenverschiebung und besonders der Wegfall des physischen Raums einige Hürden beinhalten. Es zeigte sich vor Allem: Öffentlichkeit ist nicht gleich Öffentlichkeit und Raum ist nicht gleich Raum.

„Die körperliche Begegnung konstituiert erst die Öffentlichkeit. Und alles was den Körper betrifft, ist in eine Krisen-Situation geraten. Der Wechsel in die virtuelle Welt / Kommunikation bedeutet eine Abschaffung der physischen Begegnung.“

Dr. Bernhard Stumpfhaus, Kunsthistoriker, Chefredakteur HANEX-Magazin Heilbronn

Foto: Claudia Ziemann

Das Dilemma der körperlichen Kultur und die simulierte Erfahrungswelt

Im Gegensatz zum physischen oder real existenten Raum, versteht der Kunsthistoriker Dr. Bernhard Stumpfhaus den virtuellen Raum im Netz, als einen metaphorischen, während der öffentliche Raum ein Ort der physischen Begegnung ist: „Die körperliche Begegnung konstituiert erst die Öffentlichkeit […] und alles was den Körper betrifft, ist in eine Krisen-Situation geraten.“ Und das, obwohl Programme wie Google Meet, Zoom oder Streaming Plattformen versuchen durch Live-Übertragung des Körpers auf den Bildschirm eine Körperlichkeit zu visualisieren. Durch zusätzliche Kommentar- und Mitteilungs-Funktionen, wie Likes und Herzen, wird zudem eine scheinbare Zusammenkunft und Interaktion zwischen den Beteiligten erweckt. Nichtsdestotrotz ist es ein „Raum mit zeitlicher Verzögerung“, wie Mark C. Rump vom Institut für Bildbewegung ihn bezeichnet. Abhängig von der Technologie und der Internetgeschwindigkeit ist das Sehen und Reagieren bisher kaum in Echtzeit möglich. Wir können beispielsweise nicht mit dem Musizierenden auf dem Bildschirm mitsingen, unsere Empathie und Begeisterung nicht mitteilen und der / die Performende kann nicht auf unsere verzögerte Reaktion eingehen. Damit einhergehend wird der physischen Erfahrung ein wesentlicher Bestandteil des Erlebnisses entzogen: die Interaktion mit dem Publikum und auch zwischen den Teilnehmern – sie fehlt. 

Egal wie hoch entwickelt nun noch kommende Technologien sein werden, um eine Echtzeit der Übertragung zu ermöglichen – es ist und bleibt virtuell: Eine simulierte Wirklichkeit also und somit eine simulierte Erfahrung des Erlebten. Solange wir auf einen Bildschirm starren, können wir nicht in die Erfahrungswelt eintauchen, die uns sonst aus kulturellen Veranstaltungen bekannt ist. Statt uns vor Ort sinnlich, geistig und körperlich mit unserer Umgebung, den Menschen und räumlichen wie audiovisuellen Eindrücken auseinanderzusetzen, schauen wir vor dem Computer auf ein komprimiertes Bildfeld. Zudem ist das Erlebnis hinter der zusätzlichen räumlichen Abgrenzung des Bildschirms, als weiterer Rahmen zwischen Akteur*in und Betrachter*in, eine Erfahrung, die in einem anderen Bewusstsein geschieht: Auf dem Bildschirm die Übertragung des Konzerts von Daniel Hope, in der linken Hand ein Glas, in der rechten das Handy. Eine Sprachnachricht erscheint, die Augen vom Bildschirm abgewandt widmet man sich etwas anderem. Zurück am Computer werden weitere Videos und Streams angeboten durch die man sich klickt. Was hat man eigentlich eben noch geschaut?

„Das profane 1 zu 1 um Kunst von der analogen in die digitale Welt zu führen – das kann es nicht sein. Also ich glaube man muss versuchen sich anzunähern und eine Transformation hinzubekommen, um den Künsten oder Medien auch gerecht zu werden.“

Mark C. Rump, Geschäftsführung – Institut für Bildbewegung IFBBW

Foto: www.ifbbw.de/our-team/mark-rump/

„Das profane 1 zu 1 um Kunst von der analogen in die digitale Welt zu führen – das kann es nicht sein. Also ich glaube man muss versuchen sich anzunähern und eine Transformation hinzubekommen, um den Künsten oder Medien auch gerecht zu werden.“

Mark C. Rump, Geschäftsführung – Institut für Bildbewegung IFBBW

Foto: www.ifbbw.de/our-team/mark-rump/

Ein Umdenken

Das Gefühl der Ohnmacht über die Fülle des Angebots im Internet ist uns wohl allen bekannt. Zudem ist fraglich, ob wir als Konsument tatsächlich frei und bewusst entscheiden, was wir hören oder uns anschauen. Algorithmen, Filterblasen und weitere Faktoren beeinflussen unser Userverhalten; doch was sagt uns das darüber, wie Content gestaltet werden muss? Muss sich das kulturelle Angebot im Internet nach Klicks und Likes richten? Für Marc Rump stellt das sowohl Gefahr als auch Chance für die kulturelle Vielfalt dar; allerdings benötigt es für die Bewältigung dieser Herausforderung einen „Paradigmenwechsel“ für den Kulturbetrieb: „Das profane 1 zu 1 um Kunst von der analogen in die digitale Welt zu führen – das kann es nicht sein.“ 

„Ich halte es für interessant, dass sich die Kunst- und Kulturlandschaft aufgrund des Lockdowns intensiver mit den digitalen Möglichkeiten auseinandersetzen musste. Der Umzug gelingt selbstverständlich nicht vollständig, trägt aber dazu bei, dass die digitale Welt erforscht wird. Es ist eher wie digitales Couchsurfing der Kunst und Kulturlandschaft. Man kann sich mal umsehen, tragbar ist aber beispielsweise ein Theaterbetrieb auf diese Weise nicht.“

Jana Kühnle, Schauspielerin / Künstlerin 

Foto: Jana Kühnle

Die Schauspielerin und Künstlerin Jana Kühnle fordert in diesem Sinne eine „Auseinandersetzung mit der digitalen Welt“ zugunsten des künstlerischen Fortschritts. Das ist allerdings auch ein Lernprozess des Probierens und Scheiterns und dieser scheint einigen schwieriger zu fallen als anderen, so berichtet zumindest Lamis Ammar, Schauspielerin am Gorki Theater. Sie sieht eine schwer zu überbrückende Spanne zwischen den Generationen der alten Schule und den jüngeren Digital Natives. Ein Umdenken, scheint allerdings auch an den Konsumenten und an unsere Bildungsbehörden gerichtet zu sein. Müssen wir lernen Angebote im Netz besser und bewusster zu nutzen oder ist der Umzug ins Digitale nicht doch zum Scheitern verurteilt? „Nein“ sagt sie und betont dabei, dass ein temporärer Umzug funktionieren kann, aber wir können nicht erwarten, ein und dieselbe Erfahrungswelt zu errichten oder zu erleben. Vielmehr ist es im virtuellen Raum „eine andere Welt, die die analoge nicht ersetzen kann aber eine zusätzliche Möglichkeit schafft. In dem Sinne gibt es keine Verdrängung, sondern einen neu geschaffenen Raum.“, so Mark Rump. Ebenso betont in diesem Zusammenhang auch Dr. Stumpfhaus, dass „die Übertragung der körperlichen Kultur“ ins Digitale nicht möglich ist. Im Gegensatz zur physischen Erfahrung vor dem Bild im Museum, können wir in einer virtuellen Begehung der Ausstellungsräume nicht den Duft der Ölfirnis oder das Lichtspiel auf dem Farbauftrag wahrnehmen. Ebenso wenig können wir bei einer Live-Übertragung einer kirchlichen Messe das liturgische Erlebnis erfahren. 

 

Aus den Umfragen und Interviews ging deutlich hervor, dass es sich bei diesem Umzug von Kunst und Kultur in die virtuelle Welt nur um eine temporäre Angelegenheit handeln darf und kann. Stattdessen erleben wir eine Art „digitales Couchsurfing der Kunst und Kulturlandschaft“ (Jana Kühnle), solange bis bessere Wege gefunden werden, um die Möglichkeiten der Technologie zu nutzen. Ein Live-Stream oder eine Virtualisierung einer Ausstellung kann bestenfalls als Ergänzung dienen, aber nicht das Verlangen nach der sinnlich wahrnehmbaren Erfahrung vor Ort bedienen. Statt sich also damit zu beschäftigen, wie wir die körperliche Kultur ins Netz übertragen können, sollten wir uns vielmehr fragen, wie wir eine Symbiose aus der analogen und digitalen Welt schaffen können. Denn wenn uns die Corona-Krise bisher eins gezeigt hat, dann ist es neben der Fragilität unserer bekannten Systeme vor Allem unsere Sehnsucht nach Kontakt, nach menschlicher Begegnung und „die Kostbarkeit des menschlichen Körpers“; denn auch der Virus befällt nicht den Computer, sondern unsere Körper, bekräftigt der Kunsthistoriker. Statt uns also zu fragen, ob die Kulturszene Verlierer der Krise ist, sollten wir viel mehr die Erkenntnisse und Chancen in den Blick nehmen, um letztlich „gerüsteter, stärker und kreativer“ (Lamis Ammar) aus der Krise hervorzugehen. Gerade in Zeiten der Verluste und Existenzängste, sollten wir uns stärker darauf konzentrieren, wie wir die Möglichkeiten des Digitalen nutzen können, um die gesellschaftlichen und kulturellen Scheren zwischen Gewinnern und Verlierern zu überbrücken. Das bedeutet aber auch, dass veraltete Mechanismen und Modelle, nicht nur in der Kulturlandschaft, überwunden und neu konzipiert werden müssen. 

Neue Strategien und Lösungen zu finden, das fordert das Jahr 2020. Und es scheint noch vieles zu entdecken zu geben, sowohl im digitalen wie auch im analogen Bereich. Für die Meisterung der Herausforderungen, die uns noch bevor stehen, benötigt es aber ein Umdenken. Dies muss die Kunstwelt nutzen, denn „bekanntlich ist ja auch jede Art von Krise ein Schub für [die] Kreativität – Nichts macht den Menschen unkreativer als die Dekadenz des Überflusses.“ (Mark C. Rump)

„Wir werden nach dieser Erfahrung mit mehr Kreativität und Stärke zurückkommen – mit mehr emotionaler Stärke. Jeder, der diese Schwächen durchlebt hat, so hoffe ich, kommt gerüsteter, stärker und kreativer zurück.“

Lamis Ammar, Schauspielerin

Foto: Chloé Desnoyers

„Wir werden nach dieser Erfahrung mit mehr Kreativität und Stärke zurückkommen – mit mehr emotionaler Stärke. Jeder, der diese Schwächen durchlebt hat, so hoffe ich, kommt gerüsteter, stärker und kreativer zurück.“

Lamis Ammar, Schauspielerin

Foto: Chloé Desnoyers

Mit großem Dank an die Interviewpartner*innen und allen Teilnehmenden der Umfrage!

Nachtrag (01.11.2020): Der Artikel entstand im Spätsommer und bezieht nicht die neue Situation ein, die durch den Beschluss der Bundesregierung vom 28.10.2020 zur Eindämmung der Pandemie kam. Mittlerweile ist in Deutschland ein zweiter Lockdown eingeleitet worden, der auch dieses Mal einen großen Einschnitt für die Kunst- und Kulturlandschaft darstellt.

Kommentare und Statements*

„Certain mediums can make that transition better than others. Recorded music and video arts already exist in the digital realm for years. Theatre, painting and sculpture will have a much more difficult time […] [but] I think we will have to rethink how to monetise online services, but at the same time use it as a way to attract people to public spaces albeit in smaller numbers. We’ll need to find a way to balance these smaller ‘live’ numbers with bigger numbers online.“ 

Earl Harvin, Musiker

Foto: Antje Jandrig

„Ich glaube, dass wir spätestens jetzt an einem Punkt angelangt sind, wo es ums Austarieren geht. Wir sind in allen Lebensbereichen vollkommen aus dem Gleichgewicht und das ist 2020 unübersehbar. In den Waagschalen: Auf der einen Seite die Verlagerung in digitale Räume und virtuelle Welten, auf der anderen Seite das wachsende Verlangen nach Unmittelbarkeit und Nähe. Hier eine wahrgewordene, komplexe Hightech-Zukunft und da der Retrotrend zu einfachen, naturnahen Lebensformen. Das bedeutet auch für Kunst und Kultur den Mut, hier und da auf die Bremse zu treten. Mal wieder schön altmodisch zu sein. Analog eben.“

Mathias Frank, Schauspielregie

Foto: Anna Merten

„Ich glaube, dass wir spätestens jetzt an einem Punkt angelangt sind, wo es ums Austarieren geht. Wir sind in allen Lebensbereichen vollkommen aus dem Gleichgewicht und das ist 2020 unübersehbar. In den Waagschalen: Auf der einen Seite die Verlagerung in digitale Räume und virtuelle Welten, auf der anderen Seite das wachsende Verlangen nach Unmittelbarkeit und Nähe. Hier eine wahrgewordene, komplexe Hightech-Zukunft und da der Retrotrend zu einfachen, naturnahen Lebensformen. Das bedeutet auch für Kunst und Kultur den Mut, hier und da auf die Bremse zu treten. Mal wieder schön altmodisch zu sein. Analog eben.“

Mathias Frank, Schauspielregie

Foto: Anna Merten

„It seems to me that both – total digitalization and its negation (an absolutely conservative position) – are not very good starting points. The distance between these dimensions is rather imaginary. As long as they are opposed to each other, there will be no positive continuation about their coexistence […]“

Elena Golub, Philosophin,  Künstlerin

Foto: Elena Golub

„Ich empfinde den Umzug der Kunst und Kulturlandschaft in Zeiten von Corona als guten Kompromiss. Allerdings sehe ich nicht, dass dieser Zustand eine dauerhafte Alternative zur physischen Erfahrung darstellen sollte. Kunst muss physisch erlebt werden. Nach der Corona Krise könnten die neu entstandenen digitalen Räume durchaus als Ergänzung genutzt werden. Einen permanenten Ersatz zur physischen Erfahrung sehe ich hier allerdings nicht.

Musik, Kunst, Theater und Film sind abhängig vom Feedback eines real existierenden Publikums. Ich habe mit meiner Band ein digitales Konzert vor digital animiertem Publikums gespielt. Das war ganz nett, aber absolut kein Ersatz.“

Mille Petrozza, Musiker (KREATOR)

Foto: Björn Fehl

„Ich empfinde den Umzug der Kunst und Kulturlandschaft in Zeiten von Corona als guten Kompromiss. Allerdings sehe ich nicht, dass dieser Zustand eine dauerhafte Alternative zur physischen Erfahrung darstellen sollte. Kunst muss physisch erlebt werden. Nach der Corona Krise könnten die neu entstandenen digitalen Räume durchaus als Ergänzung genutzt werden. Einen permanenten Ersatz zur physischen Erfahrung sehe ich hier allerdings nicht.

Musik, Kunst, Theater und Film sind abhängig vom Feedback eines real existierenden Publikums. Ich habe mit meiner Band ein digitales Konzert vor digital animiertem Publikums gespielt. Das war ganz nett, aber absolut kein Ersatz.“

Mille Petrozza, Musiker (KREATOR)

Foto: Björn Fehl

“Visual art in many of it’s forms directly depends on physical space and requires physical sensations, experience of unmediated communion with artworks. These qualities enrich person’s aesthetical experience and create specific characteristics that help people perceive works of art.“

“In this sense it is emblematic that the theme of the 6th Ural industrial biennale  –  the largest worldwide contemporary art project in Russia, which will be held in Ekaterinburg in autumn of 2021, is worded as a slightly changed line from the Ecclesiastes – «A time to embrace and refrain from embracing».”

Tamara Galeeva, Kunsthistorikerin.

Foto: D. Il’icheva

„Unser Kindertheater lebt von der Interaktion mit den Kindern. Aus der Erfahrung heraus ist auch die Dynamik entscheidend welche sich nur in Gruppen bilden kann.“

„Digitalisierung sollte Unterstützen, nicht jedoch dominieren. […] Ohne physischen Kontakt wird Theater zum Kino.“

Robin Müther, Puppen-/ Schauspieler, KNURPS Kulturkeller / Puppentheater

Foto: John Tunkin

„Unser Kindertheater lebt von der Interaktion mit den Kindern. Aus der Erfahrung heraus ist auch die Dynamik entscheidend welche sich nur in Gruppen bilden kann.“

„Digitalisierung sollte Unterstützen, nicht jedoch dominieren. […] Ohne physischen Kontakt wird Theater zum Kino.“

Robin Müther, Puppen-/ Schauspieler, KNURPS Kulturkeller / Puppentheater

Foto: John Tunkin

„One needs to be physically involved with the art form. No matter if it’s pieced in a museum/collection, a performance/concert/movie in a theatre complex or even just buying clothes in a store. The digital copy of these gives a fake impression & effect and is to be avoided at any cost.“

Erik Van Den Storm, Kunstvermittler

Eine Malerei ist ein Bild und auch ein Objekt, auf den wir emotional und sinnlich reagieren. Früher wurden gemalte Bilder in Stiche übersetzt, damit sie woanders betrachtet werden können. Die Übersetzung wird selbst zur Kunstform und Sprache. Das Gleiche passiert mit den heutigen (digitalen) Mitteln und diese können uns durchaus zu neuen (physischen) Erfahrungen bringen. Diese Ebene kann aber nie vollkommen ersetzt werden solange Menschen auch ein Körper sind, und es wird immer Erfahrungen von Kunst geben, die vollkommen von physischer Anwesenheit abhängig sind.“

Cosima zu Knyphausen, Künstlerin

*Die Kommentare/Statements entstammen den Antworten einer schriftlichen Umfrage zu den Kernfragen des Artikels.